• Erdogans Reich

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     Andrer Bürger:

    Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
    Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
    Wenn hinten, weit, in der Türkei,
    Die Völker aufeinander schlagen.
    Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
    Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
    Dann kehrt man abends froh nach Haus,
    Und segnet Fried und Friedenszeiten.

    Dritter Bürger:

    Herr Nachbar, ja! so laß ich's auch geschehn:
    Sie mögen sich die Köpfe spalten,
    Mag alles durcheinander gehn;
    Doch nur zu Hause bleib's beim alten.

    Goethe, Faust I, Osterspaziergang


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  • Pierre Bergé, der Lebensgefährte von Yves Saint-Laurent, verkauft seine Bibliothek, darunter auch ein Manuskript von André Bretons "Nadja". Ich habe nur das Taschenbuch, aber vielleicht leiht mir jemand die angesetzten 2,5 bis 3,5 Millionen.

     


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    Stufen

     

    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

    Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

    Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

    Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

     

    Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe

    Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

    Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

    In andre, neue Bindungen zu geben.

     

    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

     

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

    An keinem wie an einer Heimat hängen,

    Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

    Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

     

    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise

    Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

    Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

    Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

     

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

    Uns neuen Räumen jung entgegensenden,

    Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…

    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

     

    Hermann Hesse


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  • So sieht es also 2013 am Silvestermorgen aus.

    Es grünt so grün

     

                            

     

     

     [An elderly gentleman of the amiable military type rushes into shelter, and closes a dripping umbrella. He is in the same plight as Freddy, very wet about the ankles. He is in evening dress, with a light overcoat. He takes the place left vacant by the daughter's retirement.]Es grünt so grün

    Es grünt so grünTHE GENTLEMAN. Phew!

    THE MOTHER [to the gentleman] Oh, sir, is there any sign of its stopping?

    THE GENTLEMAN. I'm afraid not. It started worse than ever about two minutes ago. [He goes to the plinth beside the flower girl; puts up his foot on it; and stoops to turn down his trouser ends].

    THE MOTHER. Oh, dear! [She retires sadly and joins her daughter].

    THE FLOWER GIRL [taking advantage of the military gentleman's proximity to establish friendly relations with him]. If it's worse it's a sign it's nearly over. So cheer up, Captain; and buy a flower off a poor girl.

    George Bernard Shaw: Pygmalion

      

     


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    Mond

     

    (Alfred Henschke) Klabund

    Mond überm Schwarzwald

    Goldne Sichel des Monds! Dich schwingt der
    Ewige Schnitter und mäht
    Halme und Herzen.

    Siehe, ich wandre auf steinichter Höhe
    Über dem wolkigen Wald und neige
    Willig den Nacken
    Deinem erlösenden Streich.

    Mond

     


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