Eklablog Tous les blogs
Editer l'article Suivre ce blog Administration + Créer mon blog
MENU

veni, vidi, vici

Publicité

Matthew Walker

Es ist Sommer und übelst heiß. Trotz Ferien fühle ich mich ganz wohl zu Hause, weil hier kein Wald brennt, kein Tornado das Dach abreißt und ich nicht damit rechne, dass die Aa den Keller flutet, obwohl sie sowas wohl drauf hat. 

Also Zeit zum Lesen und zum Aufbrauchen meiner Guthaben bei Audible. Von Marc Lévy gibt es leider nur Liebesgeschichten als Hörbuch, interessiert mich nicht, macht aber nichts, ich habe endlich Noa gelesen und warte gespannt auf die Fortsetzung. 

Ich habe mir bei Audible ein paar wirklich gute wissenschaftliche Sachbücher angehört und würde gern dort anknüpfen. So richtig bin ich nicht fündig geworden, aber ein Titel erschien mir ganz interessant. Matthew Walker: "Why We Sleep" von 2017. Deutscher Titel: Das große Buch vom Schlaf. Zuerst fand ich die Übersetzung des Titels furchtbar, weil er sich nach Gemischtwarenladen anhört, aber das trifft es eigentlich besser als der Originaltitel.

Walker wird als Spezialist und führender Wissenschaftler in Sachen Schlaf angepriesen, den Eindruck kann ich nicht teilen.
Sicher gibt es ein paar Fakten, Zahlen und Forschungsergebnisse, aber der größte Teil des Buches ist banal und langatmig. Am Anfang geht es überwiegend darum, wie toll Walker ist, das zieht sich ziemlich beständig durch das ganze Buch. 
Ich habe es einige Male angehalten und wollte den Titel zurückgeben, habe dann aber doch durchgehalten. Nun ist bloß noch eine Stunde übrig, aber mindestens so lange höre ich schon den größten Stuss und kann es nicht mehr ertragen. Denn im letzten Drittel geht es um Walkers Mission, die Welt zu verbessern, indem alle mehr schlafen, also so sieben bis neun Stunden. Wenn nicht, drohen wirtschaftlicher und politischer Niedergang, Drogensucht, Verbrechen und Verarmung. Nein, kein Witz, keine Übertreibung.

Ansonsten lässt sich das Buch ganz gut in wenigen Sätzen zusammenfassen. Wir müssen genügend schlafen, sonst sterben wir einen frühen Tod. Im Schlaf arbeitet das Gehirn alles auf und wir werden schlauer, ansonsten drohen Krebs, Alzheimer, Diabetes, Herzinfarkt und Tod. Natürlich müssen wir abends alles meiden, das den richtigen Schlaf verhindert, Bildschirme, Alkohol, Uhren ... Ach ja, man schläft besser, wenn der Raum kühl ist. Gut, das wusste schon meine Oma, aber die hätte daraus kein ganzes Kapitel gemacht. 
Den ganz letzten Schluss habe ich ja nun nicht gehört, aber in einer Beurteilung wurde kritisiert, dass Walker da so lustige Ideen entwickelt wie die Tracking-Kontrolle des Schlafes durch Krankenversicherungen. 

Manchmal komme ich an den Punkt, wo ich ein schlechtes Buch persönlich nehme. Im Grunde hätte doch ein Blick auf die Frisur gereicht. Oder auf seinen Artikel bei Wikipedia: Matthew Walker (scientist). Der Artikel ist außer in Englisch noch in Polnisch, Tschechisch, Estnisch, Schwedisch und Arabisch verfügbar, allerdings nicht in voller Länge. Auf der englischen Diskussionsseite belegt jemand ziemlich gut, dass er von Walker selbst stammt, der auch gleich noch einen Artikel über sein schläfriges Buch geschrieben hat. 

 

Publicité
Retour à l'accueil
Partager cet article
Repost0
Pour être informé des derniers articles, inscrivez vous :
Commenter cet article