• Eine meiner liebsten Krimiserien war die Inspektor Jury-Reihe, bis Martha Grimes anfing, komische Bücher mit seltsamen Tierschützerinnen zu schreiben und Jury zu vernachlässigen.

    Auf nach England!Ich hatte alle Jury-Romane gelesen und mir den Ankauf mit einer Freundin geteilt, Am Schluss teilten wir auch die Beute auf, so dass ich nicht alle Bücher habe. In Kanada habe ich mir einige dann auf Englisch nachgekauft, das Problem war allerdings die Übersetzung der Titel. Die Originaltitel beinhalten immer Namen von Wirtshäusern, während im Deutschen die Titel fast ohne Bezug zum Inhalt heißen "Inspektor Jury tut das und das".

    Nun hat Grimes sich doch wieder der Jury-Reihe zugewandt und ich habe mir sofort die gebundene Ausgabe von "Inspektor Jury und die Frau in Rot" gekauft. Herbe Enttäuschung, es ist wie Tee aus Blättern, die schon einmal aufgebrüht wurden. Ich habe das Buch dann auch der Freundin mit der anderen Hälfte unsere Jury-Romane geschenkt.

    Nun bin ich doch dabei, die alten Bücher wieder zu lesen, diesmal in der richtigen Reihenfolge. Es macht auch Spaß, aber ein paar Dinge fallen mir nun verstärkt auf, zum Beispiel, wieviel in den Romanen geraucht und getrunken wird, ohne dass die Hauptpersonen jemals betrunken oder die Räume verqualmt wären.

    Wie gut, dass ich mich nicht erinnern kann, wer jeweils der Mörder war.


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    FerienlektüreEin überaus belesene Freundin machte mich kürzlich auf Mechtild Borrmann aufmerksam, deren Kriminalromane in Kleve und sogar Kranenburg spielen. Trotzdem sind es keine Regionalromane und auch sehr viel mehr als Kriminalromane. Ich habe mir also zuerst das Buch geholt, das in Kranenburg spielt, sogar Nütterden wird erwähnt. Die Autorin kennt sich da aus, sie ist in Kleve aufgewachsen. Wahrscheinlich hat sie zwei Jahre nach mir an der gleichen Schule Abitur gemacht, ich muss das mal recherchieren.

    Also, das Buch heißt "Wer das Schweigen bricht", und ich habe damit begonnen wegen Kranenburg, wegen des Themas und weil es den deutschen Krimipreis bekommen hat. Danach habe ich noch "Mitten in der Stadt" gelesen und habe mir gestern das nächste Buch in meiner Kranenburger Buchhandlung geholt: "Morgen ist der Tag nach gestern".

    Im November kommt Mechtild Borrmann nach Goch zu einer Lesung, da würde ich sie gern kennenlernen. Über ihre Arbeit hat sie sich ausführlich in einem Interview geäußert.

    "Rompre le silence" habe ich jetzt einem französischen Freund geschenkt, der heute Geburtstag hat und der oft bei mir in Kranenburg war. Manchmal liebe ich Amazon.


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  • Der vollständige Text mit Anmerkungen.

    Eine Stelle aus Rousseaus Werk ›Julie ou la Nouvelle Héloïse‹ hat Kleist als Vorlage benutzt und überspitzt, so dass es die braven Schüler gruselte, die diese inzestartige Szene lesen mussten.

     

    "Sie vernahm, da sie mit sanft an die Tür gelegtem Ohr horchte, ein leises, eben verhallendes Gelispel, das, wie es ihr schien, von der Marquise kam; und, wie sie durchs Schlüsselloch bemerkte, saß sie auch auf des Kommandanten Schoß, was er sonst in seinem Leben nicht zugegeben hatte. Drauf endlich öffnete sie die Tür, und sah nun – und das Herz quoll ihr vor Freuden empor: die Tochter still, mit zurückgebeugtem Nacken, die Augen fest geschlossen, in des Vaters Armen liegen; indessen dieser, auf dem Lehnstuhl sitzend, lange, heiße und lechzende Küsse, das große Auge voll glänzender Tränen, auf ihren Mund drückte: gerade wie ein Verliebter! Die Tochter sprach nicht, er sprach nicht; mit über sie gebeugtem Antlitz saß er, wie über das Mädchen seiner ersten Liebe, und legte ihr den Mund zurecht, und küßte sie. Die Mutter fühlte sich, wie eine Selige; ungesehen, wie sie hinter seinem Stuhle stand, säumte sie, die Lust der himmelfrohen Versöhnung, die ihrem Hause wieder geworden war, zu stören. Sie nahte sich dem Vater endlich, und sah ihn, da er eben wieder mit Fingern und Lippen in unsäglicher Lust über den Mund seiner Tochter beschäftigt war, sich um den Stuhl herumbeugend, von der Seite an. Der Kommandant schlug, bei ihrem Anblick, das Gesicht schon wieder ganz kraus nieder, und wollte etwas sagen; doch sie rief: o was für ein Gesicht ist das! küßte es jetzt auch ihrerseits in Ordnung, und machte der Rührung durch Scherzen ein Ende. Sie lud und führte beide, die wie Brautleute gingen, zur Abendtafel, an welcher der Kommandant zwar sehr heiter war, aber noch von Zeit zu Zeit schluchzte, wenig aß und sprach, auf den Teller niedersah, und mit der Hand seiner Tochter spielte."

    Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-marquise-von-o-1-580/1

     


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  • Erdogans Reich

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     Andrer Bürger:

    Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
    Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
    Wenn hinten, weit, in der Türkei,
    Die Völker aufeinander schlagen.
    Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
    Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
    Dann kehrt man abends froh nach Haus,
    Und segnet Fried und Friedenszeiten.

    Dritter Bürger:

    Herr Nachbar, ja! so laß ich's auch geschehn:
    Sie mögen sich die Köpfe spalten,
    Mag alles durcheinander gehn;
    Doch nur zu Hause bleib's beim alten.

    Goethe, Faust I, Osterspaziergang


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  • Was ist die Welt?   (Hugo von Hofmannsthal, geboren am 1. Februar)

    Was ist die Welt? Ein ewiges Gedicht,Verhallt, verloschen und verblüht
    Daraus der Geist der Gottheit strahlt und glüht,
    Daraus der Wein der Weisheit schäumt und sprüht,
    Daraus der Laut der Liebe zu uns spricht

    Und jedes Menschen wechselndes Gemüt,
    Ein Strahl ists, der aus dieser Sonne bricht,
    Ein Vers, der sich an tausend andre flicht,
    Der unbemerkt verhallt, verlischt, verblüht.

    Und doch auch eine Welt für sich allein,
    Voll süß-geheimer, nievernommner Töne,
    Begabt mit eigner, unentweihter Schöne, 

    Und keines Andern Nachhall, Widerschein.
    Und wenn du gar zu lesen drin verstündest,
    Ein Buch, das du im Leben nicht ergründest.


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